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Zu fairen Preisen
im Weltladen "A Janela" gibt es jetzt auch Alpakamode
WILMERSDORF. Der Weltladen "A Janela" in der Emser Straße 45 hat erstmals eine Modekollektion in seinem Sortiment. Wie bei allen Produkten in dem Geschäft hat es auch mit der Bekleidung seine besondere Bewandtnis.
Der Name des Geschäfts kommt aus dem Portugiesischen. Auf Deutsch bedeutet er "Fenster". Der Laden ist ein Fenster zur Welt der Armut. Die Ursache der Armut ist unser Wohlstand. Die dort produzierten Waren sind hier so billig, weil an den Löhnen und Sozialleistungen gespart wird. A Janela ist eines der wenigen Berliner Geschäfte, die ihre Waren zu fairen Preisen anbieten. Um dennoch auf dem Markt bestehen zu können, wird das Geschäft von dem gemeinnützigen Verein "Eine-Welt St.Ludwig Berlin-Wilmersdorf" getragen. Die Verkäufer arbeiten alle ehrenamtlich und profitieren nicht vom Umsatz.
Initiatorin Judith Siller, die sich schon seit mehr als 20 Jahren für faire Preise im Welthandel engagiert, kennt viele der Produzenten persönlich. So auch die Hersteller ihrer ersten Modekollektion. Das sind 30 Indianerinnen. Die Frauen arbeiten in einer fair geführten Strickerei in La Paz, wo sie die Wolle der Alpakas verarbeiten. "Es ist die einzige Möglichkeit, wo die Frauen menschenwürdig arbeiten können", berichtet Judith Siller. Ihre Löhne sind etwas doppelt so hoch wie im Landesdurchschnitt und im Bedarfsfall erhalten sie Krankengeld. Ihrem Unternehmen sind eine Behindertenwerkstatt, eine Tischlerei in einem Waisenheim und eine Ausbildungswerkstatt in einem SOS-Kinderdorf angegliedert. Aufgebaut hat dies ein Deutscher, der im Rahmen kirchlicher Arbeit nach Bolivien kam. Die 30 in seinem Unternehmen beschäftigten Indianerinnen verantworten die gesamte Produktionskette von den modischen Entwürfen über die Schnitte, die technische Einrichtung der Strickmaschinen bis hin zur Qualitätskontrolle. In das Design fließen authentisch die traditionellen Muster der Inkakultur und Darstellungen der Tempelanlagen am Titicacasee ein. Die Frauen waren sehr stolz, als sie von Judith Siller erfuhren, dass ihre Strickwaren in Deutschland gern gekauft werden. Die im vorigen Jahr angebotenen Musterexemplare gingen so gut, dass Judith Siller ihre erste feste Kollektion geordert hat, die gerade eingetroffen ist.
FW
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